Borussia Mönchengladbach 0:0 Eintracht Frankfurt „Es ist eine schwere Phase. Aber nur, weil uns ein bisschen
die Durchschlagskraft fehlt. Ansonsten stehen wir aber stabil und zu Null,
haben viermal in den letzten fünf Pflichtspielen kein Gegentor kassiert.“, brachte
es Nationalspieler Kramer nach der Nullnummer gegen Frankfurt auf den Punkt.
Die Elf vom Niederrhein fand gestern, Freitag, gegen kompakte Frankfurter kein
Mittel deren Abwehrriegel zu knacken. Nicht umsonst stellt die Eintracht die
viertbeste Defensive der Bundesliga. Die Bollwerke aus Frankfurt, Köln und
Berlin mischen die Liga weiter auf.
Die Gäste bestechen seit Saisonbeginn durch knallharte
Abwehrarbeit. Kovac hat der Eintracht jene Eigenschaften vermittelt, die ihn
selbst als Aktiver ausgezeichnet hatten: Organisation und Zweikampfstärke.
Während zweitere Statistik die Borussen gestern mit 55:45 Prozent für sich
entschieden, fanden die Hausherren gegen ultrakompakte Gäste keine Lösung. Die
Frankfurter agierten gegen den Ball mit einer Fünferkette und davor mit drei
zentralen Mittelfeldspielern. Keineswegs stellte sich die SGE aber an den
eigenen Strafraum und bolzte die Bälle raus. Nein, die Gäste ließen den ersten
kurzen Pass auf die Verteidiger zu und setzten Gladbach schon im Spielaufbau
unter Druck. Phasenweise störte die Eintracht mit fünf Spielern in der
gegnerischen Hälfte. Die eigene Abwehr um Kapitän Abraham schob in der Folge 35
Meter vor das eigene Tor um den Raum für das Gladbachs Kurzpassspiel noch
weiter zu verknappen.
Die Borussia fand gegen Frankfurts Kompaktheit im ersten
Durchgang kein Mittel. Durch den Zweieraufbau schafften es die Jungs von
Trainer Schubert zwar Gleichzahl im Zentrum herzustellen, der begrenzte Raum
erstickte einen kontinuierlichen Spielaufbau aber im Keim. Der Weg über die
Flügel bot sich den Gladbachern erst in Durchgang Zwei. Diesen hatte die
Eintracht schon längst für sich entdeckt. Durch ihren Dreieraufbau und das
Abkippen von einem der beiden Sturmspitzen, kreierten die Gäste oftmals eine
3:2-Überzahl an den Flügeln und kam so zu zwei nennenswerten Tormöglichkeiten.
Schließlich kam auch das Flügelspiel der Borussia in die Gänge, durch schnelle
Kombinationen über Außen rissen Kramer und Stindl Löcher in den Frankfurter
Abwehrverbund, das Muster war stets ident: Steilpass auf Hahn und der mit der
Hereingabe. Die Aktionen in den Minuten 50, 54 und 68 blieben aber unbelohnt.
Die Frankfurter verloren ihre Konzentration, Gladbach hatte einen Weg gefunden das
kompakte Zentrum zu umgehen und knallte nach einer ähnlichen Aktion über links
das Leder sogar an die Querlatte (72.). Mit Herrmann und Schulz bzw. Seferovic
und Tarashaj brachten beide Trainer flinke Spieler um in die Räume hinter der
Abwehr zu gelangen. Mehr als ein Versuch blieben die Wechsel aber nicht. Die
Frankfurter Spieler lagen sich nach der Nullnummer in den Armen. Kovac, der als
Trainer weder bei Salzburg noch als Teamchef Kroatiens für Glanzlichter sorgte,
hat einen Abstiegsaspiranten zu einem organisierten Mittelständler geformt. Hut
ab! Gladbach jedoch, wirkte antriebslos und ohne Ideen, ja fast schon etwas
hilflos.
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