Faden Dortmundern gelingt es nur selten den Abwehrblock der
Hauptstädter zu überwinden. So kommen die Schwarz-Gelben vor heimischer Kulisse
nur zu einem Punkt. Den Ausgleich erzielte der bis dahin glücklose Aubameyang,
die Berliner Führung gelang dem Schweizer Stocker nach Fersen-Vorlage.
Obwohl die Hausherren in der Anfangsphase bis zu 77 Prozent
Ballbesitz hatten und eine Passerfolgsquote von 88 Prozent vorweisen konnte, so
richtig Gefahr konnte die Offensive um Mario Götze und Emre Mor keine erzeugen.
Die Berliner Abwehr, bis dato in drei Spielen mit weißer Weste – lediglich die
90 Minuten von München und Frankfurt trüben etwas die Optik -, stand
einwandfrei. Auch im zweiten Durchgang gab es lange Zeit kein Durchkommen. Und
dann kam die alte Dame, wie die Jungfrau zum Kinde, sogar zum ersten Tor des
Spiels. Ginter ließ von Ibisevic ab, der sehenswert per Ferse auf Stocker
durchsteckte. Der Schweizer allein auf weiter Flur brauchte gegen seinen
Landsmann Bürki die Kugel nur noch vorbeischieben (51.).
Ohne den verletzten Castro wollte das Dortmunder Spiel nicht
so recht in die Gänge kommen, der BVB fand partout keine Lücken im kompakten
Abwehrverbund der Hauptstädter. Der BVB versuchte das Spiel organisiert von
hinten aufzubauen, wobei Berlins vier Offensivspieler auf Höhe der Mittellinie
attackierten und geschickt die Räume schlossen, Stark und Skjelbred das Zentrum
zumachten und die Viererkette vergleichsweise hochstand um den bespielbaren
Raum zusätzlich zu verengen. Fanden die Hausherren schließlich doch ein Mittel,
ließen sich die Herthaner bis an den eigenen Strafraum fallen und zogen eine
Mauer hoch. Stark, Skjelbred und Stocker machten das Zentrum vor der Abwehr
dicht und attackierten den Ballführenden aggressiv. Um das folgende Flügelspiel
lahm zu legen ließen sich die Flügelspieler Esswein und Haraguchi als
zusätzliche Außenverteidiger in die letzte Linie fallen um noch kompakter agieren
zu können.
Mit Kagawa und Dembélé brachte Tuchel in der 60. Minute mehr
Speed um den robusten, aber trägen Berliner Abwehrspielern etwas entgegen zu
setzen. Prompt wurde es gefährlich als Dembélé auf Aubameyang durchsteckte, Jarstein
den lässigen Heber des Gabuners aber noch an den Pfosten drehte (67.). In der
77. Minute scheiterte Aubameyang erneut am Norweger als dieser einen fragbaren
Hand-Strafstoß parierte. Schließlich war es erneut ein Steilpass der die
Berliner Abwehr ausmanövrierte. Dembélé auf und davon legte auf Aubameyang
quer, der seine dritte dicke Chance nun nutzte.
In der Schlussphase kochen die Gemüter hoch. Nachdem der
lange Langkamp Mor im Ringergriff am liebsten nach Hause nehmen möchte,
verliert dieser die Beherrschung. Mor wird nach seinem Stoß mit glatt Rot vom Feld
verwiesen, Langkamp sieht für sein taktisches Foul den gelben Karton. Nur wenig
später tritt der Berliner Torschütze Stocker den Dortmunder Ginter von hinten
um und sieht ebenfalls Rot. Torchancen erspielt sich keines der Teams mehr.
Berlins Abwehr steht kompakt und sichert das Remis. Die Hertha verteidigt damit
den zweiten Rang, Bayern kann mit einem Sieg morgen in Frankfurt bereits eine
6-Punkte-Lücke auf den großen Rivalen Dortmund aufreißen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen